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Galerie mit 97 Bildern
Bildergalerie mit 97 Bildern

Urspründlich wollten wir die Kiste mit Teilen direkt im Augsburg beim Zoll. abholen. Wir sind eines Abends dort auch vorgefahren, weil's uns mit der Auslieferung einfach nicht schnell genug ging. Zu guter Letzt mussten wir aber einsehen , daß die big-box wirklich eine big-box war....und waren einverstanden, daß sie einige Tage später geliefert wurde.

Mit vollem Tatendrang haben wir die Kiste zerlegt und die Einzelteile unseres zukünftigen Ultraleichtflugzeugs inspiziert.

Gemäß Handbuch sollten wir in den ersten vier Wochen den Bausatz auf Vollständigkeit überprüfen und am besten alle 100.000 Teile und Tütchen (vielleicht waren's auch 2 oder 3 weniger) mit Schrauben, Beilagscheiben und Mütterlis und alledem an eine große Wand pinnen und abzählen.

Wir haben sehr schnell bemerkt, daß es so nicht gehen kann und ich (=Lill) habe dann alles nach den einzelnen Baugruppen getrennt und abgezählt in einem großen Schrank (=freundliche Leihgabe von Mani) sortiert.

Toms Aufgabe war in der Zwischenzeit das Studium des englischen Bau-Handbuchs.....

Der Rumpf wurde ja bereits fertig zusammengeschweißt geliefert. Es mussten also nur Fahrwerk und Spornrad angebaut werden und schon konnte das geübte Auge erkennen, daß das Stahlgestell mal ein Flugzeug werden sollt.

Auch der Bau der Sitze war keine große Herausforderung und in kürzester Zeit fanden die ersten Übungsflüge auf dem Trockenen statt. Da bekommen die Männer gleich feuchte Augen...!

Die Hauptholme der Flächen mussten gebohrt und vernietet und das Ganze dann am Rumpf angepaßt werden.

Vier Wochen später war schon einiges an Arbeit geleistet, die meisten Rohre waren verbaut und die Tüten im Schrank wurden bereits langsam weniger.

Zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Mitte Januar 2001/2002 haben wir in Toms Werkstatt die Flügell zusammengebaut. War schon mühsamer.

Vor allem die Aluarbeiten und die Epoxy-Kleberei war bei Außentemperaturen von -30 Grad nicht gerade lustig. Wir mußten wochenlang unseren Gasofen auf voller Stufe durchbrennen lassen, um morgens bei i wenigstens 13 Grad weitermachen zu können. Aber auch das ging vorbei und letztendlich konnte das gute Stück wieder mal an die frische Luft.

Nach der langen Schaffenspause wegen Tom's Meisterschule gings Mitte/Ende Juni 2002 dann wieder richtig los:

Unser Freund Wolfgang (damals noch alleiniger Musterbetreuer) musste her, damit er uns zeigen kann, wie das mit dem Bespannen geht!!!!

Wolfang ist unserem Hilfeschrei sofort gefolgt und von da an waren unsere Tage endlich wieder ausgefüllt..... (hahaha)

Wir haben gelernt

  • wie das mit dem Bespannen funktioniert
  • wie viel von welcher Pampe (erst die grüne, später die rote und ganz zum Schluß die silberne) wo drauf kommt
  • wie das Schrumpfen des Stoffs mit dem Bügeleisen gemacht wird
  • wie wichtig das "Dipferlscheissen" sein kann
  • und, und, und ...

Wolfgang ist gleich drei Wochenenden hintereinander gekommen. Ob er wohll befürchtet hat, daß wir's alleine nicht schaffen?!?
Wenn doch: seine Sorge war unbegründet.

Die restlichen Juli- und Augusttage und -wochen hat Tom sein Bestes gegeben und die ganze Bespannerei fertig gemacht.

Und jetzt mal zur Arbeitsweise:

Erst wird das Stahl- oder Alurohr an den Stellen, an denen später der Stoff angeklebt werden sollte, mit Tesakrepp oder ähnlichem abgeklebt und die Klebestellen mit der grünen Klebe-Pampe bestrichen. Hier gilt: Es sollte richtig schön grün und speckig werden. Das garantiert, daß anschliessend genug Klebstoff da ist.

Dann wird der Bespannstoff zugeschnitten und auf den Randrohren angedrückt. Wenn feststeht, daß keine Falten mehr im Stoff sind, kann (am besten) mittels einer Spritze Aceton auf den Stoff aufgetragen werden. Dadurch löst sich der grüne Kleber auf den Rohren an und durch gleichzeitiges Andrücken des Stoffen verbindet sich der Stoff mit dem Rohr. Klingt einfach, ist aber sehr viel Arbeit.

Ober- und Unterseite der Flächen oder Ruder müssen getrennt bearbeitet werden. Die Kante, an der sich die Stoffe der beiden Seiten treffen, muss besonders sorgfältig vorbereitet und bearbeitet werden, weil diese Nahtstellen später immer zu sehen sind.

Am gleichmäßigsten zeichnet man die Länge des Stoffs mit der Zirkeltechnik (siehe Bild nebenan) an und schneidet den Stoff dann ca. 2 cm weiter weg ab.

Dann wird mit verdünntem günen Kleber die richtige Schneidelinie eingestrichen und wenn alles trocken ist, abgeschnitten. Der Vorteil bei dieser Technik ist, daß durch das Vorstreichen der Stoff nicht ausfranst und eine gleichmäßige Kante entsteht.

Schließlich wird die Rundung angebügelt und auf der gesamten Rohrfläche geklebt.

Zur Verstärung von Randstellen, Kurven und Nähten werden "Patches" erstellt und auf die entsprechenden Stellen aufgeklebt und - gebügelt.

Einzelne Teile müssen zudem erst vernäht werden.

Und so sehen die Patches aus, wenn sie fertig geklebt und grundiert sind. Toll, was?!

Am Wochenende 17./18. August 2002 nach ca. 700 Stunden Arbeit, konnten wir endlich die Vorarbeiten für's Lackerien anpacken:

Erst mußte nochmals eine gleichmäßige Schicht des roten Stoff-Versiegelungs- materials aufgetragen werden, dann nochmals mindestens zwei Schichten der silberfarbenen Grundierung, die zugleich UV-Schutz ist.
Zum Glück hat das Wetter mitgespielt und wir konnten das ganze Wochenende arbeiten.

An dieser Stelle nochmals ein "DANKE" an die verständnisvollen Nachbarn, die wiedermal ein Wochenende im Aceton-Nebel verbringen mussten.

Es gab Tage, da mußte ich mich schon wirklich fragen, ob sooooo viel Erbsenzählerei wirklich nötig ist, schließlich soll die Kiste mal fliegen und nicht in erster Linie einen Schönheitspreis gewinnen....

Aber schön sieht sie schon aus!!!

Jetzt steht das gute Stück im Flieger-Laster Maggie und wartet darauf, daß wir uns entscheiden können, wie die endgültige Farbgestaltung werden soll.

Gar nicht so einfach!

Wochenlang haben wir abends mit Folien und Farben experimentiert und versucht rauszufinden, welchen Farbe am besten zu unserem neuen Flieger passt. Bald war klar: unsere "Lola" muss ultramarinblau und silber werden.

Nach ausgiebigen Recherchen im Internet und Telefongesprächen mit Farbherstellern landeten wir bei der Firma Franken Coatings. Diese waren als einzige in der Lange, uns die gewünschten Farben zu liefern.

Bis es mit der Lackiererei aber dann letztendlich geklappt, ist noch viel viel Zeit vergangen.

Am letzten Novemberwochenende 2002 war es endlich soweit. Tom hat bereits am Freitagnachmittag Rumpf und Flügel zur Autolackiererei Hoffmann gebracht. Und Manni, der Lackierer, hat noch am gleichen Abend die erste Schicht blau aufgelegt.

Samstagmorgen 10 Uhr in Bayern: Mit Klebeband bewaffnet und unseren "Muster-Vorlagen" in Reichweite haben wir angefangen, die Bögen und Linien abzukleben, die später blau bleiben sollten. Nach langen und mühsamen Stunden war endlich die erste Rumpfseite fertig. Hier und da musste wohl noch ein bisschen nachgebessert werden, aber alles in allem hat uns das Ergebnis ganz gut gefallen. Nach einem kurzen Stärkungs-Snack mussten wir unser Design noch auf die zweite Rumpfseite übertragen. Durch unsere Hilfslinien- Klebestreifen-Technik hat das dann zum Glück recht gut und schnell geklappt.

Am nächsten Morgen gings gleich nach dem Frühstück wieder in die Lackierhalle:

Ein letzter Blick auf die Arbeit des vergangenen Tages:einige kleine Ausbesserungsarbeiten, weil einmal Tom und dann wieder ich dachten, irgendeine Linie ist nicht gerade oder nicht gebogen genug.... so hätte das endlos weitergehen können.

Manni hat uns aber dann daran erinnert, dass der Flieger nicht nur aus Rumpf besteht, sondern auch aus Tragflächen. Und um die hatten wir uns bislang noch überhaupt nicht gekümmert:

Also wieder Klebeband und Abdeckpapier suchen und überlegen, wie wir uns da die Optik vorstellen. Heute gings schon viel lockerer und relaxter - und schneller!

... und in der Zwischenzeit hat Manni die Silberschicht aufgelegt. Die Spannung wächst....wie wird das Ergebnis sein?

EINFACH SUUUPER !!!!

Wir sind noch immer ganz begeistert.

Die viele und vor allem pingelige Arbeit hat sich wirklich gelohnt.

Nur Tom hatte an einzelnen "Stellchen" was auszusetzten: Hier zu viel Staub auf der Bespannung, da eine Unebenheit aus der Vorarbeit und und und....

Mittlerweile hat sich das gegeben und er ist mit dem Ergebnis auch mehr als zufrieden.

Bereits einige Tage später durfte Lola wieder nach Hause kommen und wurde für den Optik-Test auch gleich mal im Garten aufgebaut:

Gut, was?!?

Ach ja, Erstflug war Ende April 2002 in Bad Wörishofen.