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Eislandung am 16.1.2006 PDF Drucken E-Mail

Eigentlich schwirrte der Gedanke in uns umher an einem Skilift zu landen. Mit UL mit Ski dran. Für gute Bilder und einfach weil geil und so. Aber diese untere Naturschutzbehörde dachte da anders. Flüge im Januar seien da viel zu störend für die Tierwelt in der Nähe des Skiliftes und überhaupt, wo käme man da hin wenn jeder immer das machen dürfte was er wollte .... so wie Skifahrer, Motorradfahrer und so welche. Wollen wir nicht weiter über Behörden sprechen, die auch einem Grünflächenbesitzer das Rasenmähen untersagen würden, müsste dieser darum ersuchen. Sprechen wir über die Anderen, weit weniger schwarzen- nein - über weiße Schafe in der Gesellschaft:

Winter, Seegrundstück, Wasser zugefroren, Balkon, strahlender Sonnenschein: eigentlich schon ein Traum, oder? Nun ja, sagen wir 98% perfekt. Was noch fehlt ist ein gelbes Fluggerät am Eis. Warum eigentlich nicht. Auf einer Wiese hat es auch schon einmal geklappt. Tags darauf, zu Luftamtöffnungszeit die erste Anfrage: „Wie? See? Da brauch ich die Eigentümerzustimmung...Naturschutz.... Versicherung..... und überhaupt: trägt das Eis?“

Der nette Herr vom Landratsamt sucht daraufhin nach Schutzprogrammen, nur im Sommer gab es da welche. Also grünes Licht zum Luftamt.

Der Eigentümer des Sees ist (glücklicherweise) ein Privatmann. Kenn ich da wen, der den Kennen könnte? Telefonier, telefonier... Hallo.... schönen Gruß vom ehemals besten Freund und ich hätte da mal eine Frage: „?“. Vorsichtige Zustimmung mit Haftungsausschluss. Die Dame des Hauses liegt krank zu hause. Ich drucke also schnell eine Einverständniserklärung aus und fahr gleich hin, es eilt, das schöne Wetter wird bald wieder verschwinden. Halt, noch schnell in den Blumenladen mit Genesungswünschen und dann aber los: Gabriele von Simetsberg: Dingdong am Schlosstor: siehe da: super nette Leute: laber laber...: „unten rechts bitte unterschreiben... nein, nein keine Haftung, vielen Dank, Servus, ja ich richte den Gruß an den ehemals besten Freund aus!“

Unser aller Erika musste auch mal wieder herhalten. „deckt die Versicherung das?“: „Ruf doch mal den Herrn Dingsbums vom Gerling an, der sagt dann schon was!“ Und siehe da, ein weiterer Held des Tages, per email zum Luftamt grünes Licht.

Luftamt: „besorgen Sie eine Freigabe für die Tragfähigkeit des Eises!“ Ohoh! Telefonier, telefonier.... den Schuh zieht sich keiner an. Von Polizei zur Rettungsleitstelle hin und hergeleitet. Also gut, wenn schon keiner sagen will daß es hält, tun wir halt so, als wie wenn es nicht hält: Feuerwehr anrufen: “wir haben da nichts damit zu tun, das macht die Wasserwacht.“ Das Seechen ist so klein, dass die Wasserwacht nicht so gut bestückt bzw. bemannt ist. Also am nächsten See nachfragen (bei uns gibt es ja genug), und siehe da, es gibt da noch Kameraden, die mich schon mal in meinem ersten Leben als Segler aus dem See gezogen haben. Sie erinnern sich an mich (und an Mamas Kuchenspende fürs Bergen ) und wir machen einen Termin und erstellen einen Einsatzplan für Montag 12:30 Uhr: Sonntag wäre zu gefährlich, weil die Spaziergänger sonst vielleicht im Weg wären. Die Lebensretter haben ein Eisrettungsgerät, das ist so eine Art Gleit und Schwimm Katamaran, und sollen sich am Ufer postieren. Beim Einbrechen des Fliegers hindert uns der Flügel am Versinken, die Kabine läuft aber gefährlich voll Wasser und die Tür lässt sich nicht öffnen. Dann löse ich die Rettung aus, die obere Kabinenverglasung öffnet sich und wir retten uns durchs Dachfenster. Wenn das nicht geht, weiß der Leichentaucher, wo er anfangen muss, die Verglasung zu öffnen.

„Sehr geehrtes Luftamt, ich freue mich Ihnen mitteilen zu können, dass die geforderten Maßnahmen für eine Eislandung erfüllt werden können. Die Stellungnahmen der befragten Gremien gehen per email bzw. Fax bei Ihnen ein. Bitte senden Sie die Erlaubnis vorab schon per Fax, dass ich allen Beteiligen Bescheid geben kann, m.f.G: Eislander.“ Es kam Freitag 15 Uhr.

„Hallo Herr Wachtmeister, hier ist der Eislander. Falls jemand fragt, manche Flieger dürfen das. Adresse, Telefonnummer, Wiederhören.“

Muttern macht Kuchen, Schwiegerma Kaffee, Schwiegerpa richtet am See die Bierbänke her, Schwester holt Würstel und Semmeln und Hilde, die zukünftige, organisiert die Foto Session. Die Familienarmada rückt an und alle Rädchen greifen ineinander. Um 12:05 rappelt der Rotax am Flugplatz los und Hilde und ich warten auf warmes Öl. Dann geht’s los und die knapp 10km sind eigentlich schon zu nah, es ist ein traumhafter Wintertag. Die halbe Ortschaft versammelt sich und wir kreisen ein paar Mal tief zum Checken der Lage und für Bildchen. Ganz vorsichtig setzen sich die Skier auf das Eis. Es wäre mit Rädern auch gegangen, aber die Ski bringen Sicherheit. Erst machen wir mit der Wasserwacht ein Bild und dann schieben wir die Elly zum provisorischen Biergarten. Warm, super Bilder, nette Menschen, da ist es also das Paradies! 100% erreicht! Danke Deutschland!