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Mit der Rallye ElChott vom
01. bis 16. Novermber 2002 in die Sahara
Seit uns das Wüstenfieber gepackt hat, sind nun schon zwei Jahre ins Land gegangen. Zwei Jahre voller Planungen an der möglichen Durchführung von weiteren Wüstentrips. Fast schon hätte es im letzten Jahr wieder geklappt:
Meine C22 hätte uns, wie schon im Jahr 2000, im völlig neu überarbeiteten Magirus nach Tunesien begleitet. Diesmal sollte alles viel sicherer werden: Transport des UL’s im geschlossenen Lkw, Schlafplätze im Lkw und umfangreiche Funkausrüstung von Spider, der wieder die Koordination von Rallye und Flugzeug übernommen hätte. Der TÜV hatte uns für alle Umbauten des Magirus Deutz grünes Licht gegeben und die Meisterschule hätte auf meine Anwesenheit wohl ein paar Wochen verzichten müssen – und können. Ja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre....
Ausgerechnet von Fliegern wurde die ganze Katastrophe im September 2001 ausgelöst. Vom Schock gelähmt wird die Rallye München-Karthago abgesagt und wir müssen zu Hause bleiben. Auch ein schnelles Umschwenken zur Rallye ElChott bleibt aufgrund des Zeitmangels erfolglos.
Als später die Bilder der dahinbrausenden, sandaufwühlenden Geländewagen und Motorräder im Netz zu sehen sind, zerrt das Fernweh abermals an uns.
Beim Wintertreffen der ElChott im Januar 2002 treffen wir erstmals persönlich auf die Organisatoren, deren Helfer und Arnold Simon, Pressereferent des DULV. Arnold spricht plötzlich von einer zukünftigen UL-Beteiligung im Rallyegeschehen...
Wer Arno trifft, wird sein Organisationstalent bald kennen lernen. Wir haben einige zwanglose Gespräche und vereinbaren Zusammenarbeit in Sachen „Fliegen in Tunesien“.
Zu diesem Zeitpunkt sieht alles noch nach einer Teilnahme mit unserer neuen Rans S7 aus. Wer von euch schon mal neben der eigentlichen Arbeit ein Flugzeug gebaut hat, wird es nachfühlen können: Wir haben den Zeitbedarf unterschätzt. Der Termin für den Erstflug musste immer weiter nach hinten geschoben werden. Außerdem musste unser Lkw nochmals verlängert werden, damit die gut sieben Meter lange Rans hineinpasst.... Arbeit, Arbeit, Arbeit.
Ein weiteres Treffen mit Arno beim ElChott-Treffen in Memmingen steht an uns wir müssen nun endlich erkennen, dass wir 1. nicht rechtzeitig zum Beginn der ElChott fertig werden und 2. nicht genug Flugerfahrung auf dem neuen Muster sammeln können. Und Betty, die C22, ist bereits seit Ende Juni verkauft.
Wir stehen nun vor der Wahl: Zuhause bleiben und nicht fliegen oder nach Tunesien fahren und auch nicht fliegen.....
Wir sind bereits vollständig vom Wüstenkoller besessen und beschliessen, unsere Erfahrung und unsere Dienste anzubieten. Schließlich braucht man gerade dort ein verlässlichen Bodenteam und eine Transportmöglichkeit für die Trikes. Wir können beides bieten. Noch bei diesem Treffen einigen wir uns mit Arno darauf, gemeinsam als Team nach Tunesien zu fahren.
Ein Ölschaden an unserer Maggie (der Magirus) veranlasst uns noch vor der Fahrt in den Sand, einen weiteren Umbau am Fahrzeug durchzuführen: wir bauen einen stärkeren Motor mit Servolenkung und eine Heizung ein. Dank der Hilfe von Freunden (speziell Stef), können wir alles termingerecht fertig stellen und ich bin seitdem überglücklich, was die tollen Fahreigenschaften angeht.
Im Oktober 2002 steht dann die Planung endgültig fest:
Die drei Trikes und das Gepäck würden im Magirus Platz finden und Günter, Klaus, Gerd (die Piloten), Rolf und Werner (Helfer und Co-Piloten) werden im frisch von Arno restaurierten und hergerichteten Nissan Patrol untergebracht.
Da die Jungs eine weite Anreise zu uns nach Oberbayern haben, kommen sie bereits zwei Tage vor dem offiziellen Startfestival zu uns und trotz der sprachlichen Barrieren (Bayern und Preiss’n) verstehen wir uns gleich gut. Alle helfen fieberhaft beim Verpacken und Verstauen der Flieger, der diversen Ersatzteile und dem ganzen persönlichen Equipment. Am Vorabend des Starts sind beide Fahrzeuge fertig gepackt und ready-for-take-off.
 Am Vormittag des 1. November treffen wir uns mit den vielen anderen Rallyeteilnehmern der ElChott und Gästen und Zuschauern am Münchener Olympiagelände zum Startfestival. Schon hier kann man den unvergleichlichen Flair spüren, den wir auch später immer wieder in den Fahrerlagern in der Wüste erleben dürfen. Wir starten mit den Lkw’s vor all den Geländewagen und Motorrädern und die Fahrt nach Genua zur Fähre erweist sich trotz unserer beträchtlichen Zuladung als problemlos. Bereits nachts um ½ 2 kommen wir vor den versperrten Toren an und reihen uns in die Warteschlange ein. Es wird eine feucht-fröhliche Nacht.... Der Kontakt zur Rallye-Orga und den Teilnehmern wird stetig besser und wir können die ersten Flüge schon gar nicht mehr erwarten. Die 22-stündige Überfahrt nach Tunis kommt uns unendlich lang vor, noch länger aber die Einreiseformalitäten im Hafen von Tunis. Wieder mal gibt es Probleme: werden die Trikes bei den Piloten in den Pass eingetragen? oder beim Lkw-Fahrer? Und wie geht das in französisch? Es ist schon fast dunkel als wir das Hafengelände verlassen und die ersten Kilometer auf afrikanischen Boden fahren können. Auf schnellstem Wege fahren wir die 270 km nach Bir Ali Ben Khelifa – zu unserem ersten Camp.
 Nach einem großen Mitternachts-Buffet im Hotel fangen wir auf einem Dorfplatz in der Nähe des Hotels zum Ausladen an. Unser ganzes Gepäck stapelt sich rund um den Lkw auf dem dreckigen Sandboden. Hier rüsten die Männer in tiefer Nacht ihre Trikes auf und hier nächtigen wir auch. Die Nacht ist kurz, die Aufregung groß und unsere drei Piloten kommen kaum zum Schlafen.
Nach unserem ersten tunesischen Frühstück im Hotel rödeln wir alles fertig auf und verpacken den Rest wieder im Lkw. Arno startet mit Rolf und Werner gleich zum Ziellandeplatz des ersten Tages, irgendwo um Tamerza,, um dort das Landefeld abzusichern.
Der restlichen Gruppe steht in schwieriger Start auf einer Ortsausfahrtsstrasse Richtung Westen bevor: Im Süden (also links) eine Stromleitung –kaum zehn Meter entfernt; im Norden (rechts) neben der Straße ein Abhang.
Vielmehr Probleme bereiten uns jedoch die Menge an Kindern, die beiderseits am Straßenrand stehen und kaum zurückweichen wollen. Natürlich ist der Start von drei UL’s das Großereignis von Bir Ali.
Klaus ist der erste, der hinter dem von uns beauftragten Polizeiwagen auf die Straße einbiegt. Günter und Gerd folgen ihm und ich bilde mit Maggie die Nachhut. Wir müssen noch den einigen Fahrzeugen des Gegenverkehrs ausweichen, aber als wir den Startabschnitt erreichen bleibe ich mitten auf der Straße stehen und blockiere so die Straße. Etwa 400 Meter weiter sperrt das Promedic-Ärzte-Team die Gegenrichtung auf die gleiche Weise. Die Motoren der Trikes laufen, leichter Wind von rechts vorne, die Kinder sind zu nahe an den Propellern. Lill und ich versuchen, sie wegzuordern –mit mäßigem Erfolg. Klaus nutzt eine Lücke, gibt Gas, wird schneller und schneller hebt schon gleich ab.
Jetzt kommt uns endlich ein Streifenwagen zu Hilfe. Zwei Polizisten schimpfen und verscheuchen die Kinder – es wirkt. Plötzlich rollt Günter an und beschleunigt. Er hebt ab, dreht den Flügel in den Wind und nur noch eine Haaresbreite trennt seine Flügelspitze vom Blaulicht des viel zu nah geparkten Streifenwagens. Adrenalin macht sich breit. Als nun auch noch Gerd anrollt, springt einer der Polizisten in den Wagen und braust mit Höchstgeschwindigkeit davon. Gerade noch rechtzeitig. Denn gleich hinter ihm hebt Gerd nun auch ab zu seinem ersten Flug in Afrika. Gerd’s Trike ist das schwerste Fluggerät und hat den schwächsten Motor und benötigt daher eine deutlich längere Rollstrecke
Wir bedanken uns nochmals bei den Helfern der Nacht und der Polizei und verlassen den wohl schlechtesten Startplatz der ganzen Tour mit vielen neuen Erkenntnissen.
Die Jungs fliegen im gemeinsam im Pulk, immer in Sichtweite. Noch etwa 20 Minuten gibt uns Klaus regelmäßig seine Positionsmeldungen über Funk durch, dann ist die Verbindung weg und wir fahren westwärts Richtung Gafsa. Die drei Triker bleiben zusammen und steuern einen Zwischenlandeplatz an. Eine wenig befahrene Straße auf dem halben Weg zum heutigen Etappenziel. Sie geben so dem Bodenteam um Arno einen Vorsprung zum Erkunden des Ziellandefeldes. Leider wurde uns ein schöner Landeplatz von der Genehmigung gestrichen und durch andere Koordinaten ersetzt. Keiner von uns wusste von dem Zustand dieses Feldes. Als das Vorausbodenteam dort ankommt gibt es nur unwegsames Gelände, aber weit und breit keinen Landeplatz. Fieberhaft suchen sie nach brauchbarem Feldern. Die Triker sind gerade im Funkbereich, als eine Straße von Rolf als Landefeld auserkoren wird. Die Landungen waren sicher und alle drei rollten in einige hundert Meter in die sandige, von Kamelgras bewachsene Steinsteppe. Dort werden alle die Nacht verbringen.
Eine SMS von Klaus erreicht uns, dass die geplante Zwischenlandung auf einer Straße südöstlich von Gafsa gut geklappt hat und die Piloten auf dem Weg zu Arno sind.
Wir sind erleichtert und können sofort weiter Richtung Camp 2 fahren. Bald darauf eine Meldung von Arno, dass alle sicher gelandet sind mit den Koordinaten des Camps. Wir schlängeln uns gemütlich durch die Ausläufer des Atlasgebirges und erholen uns von einer Irrfahrt in Gafsa.
Die Freude ist groß, als wir die Gruppe wiedersehen und wir belohnen uns mit kühlem Naß aus der Dose und genießen den Sonnenuntergang während wir die Zelte für die Nacht bereiten. Arno fahrt mit allen außer Lill und Tom zum etwa 20 km entfernten Fahrerlager am wunderschönen Hotel in Tamerza zum Buffet. Wir bewachen die Flieger und freuen uns am friedlichen Abend.
Später besuchen uns noch Steini und Jamel von der Organisation und verschaffen uns noch eine Polizeinachtwache und helfen über Verständigungsprobleme hinweg. Wir freuen uns über die Anwesenheit der Beamten und sind erleichtert, dass sie uns auch beim morgigem Start behilflich sein wollen.
In der Nacht beginnt es zu regnen und auch am Morgen ist noch kein Flugwetter. Die Basis liegt auf den umliegenden Hügeln auf und die Sichten sind zu gering.
Trotzdem verlässt Arno mit Rolf im Nissan zeitig das Camp zur nächsten Ortserkundung. Die heutige Etappe soll über die Berge und die Salzpfanne nach Nefta gehen am Rande des großen Salzsees Chott el Jerid.
Der Vormittag schreitet rasch fort und wir beratschlagen über die Qualität des Startplaztes. Die Asphaltstraße schlängelt sich durch eine Hügellandschaft und wird auch noch von einer Stromleitung begleitet, die ausgerechnet am schönsten geradsten Stück quert. Ich schätze das Gefälle auf ca. 5% und den Wind auf etwa 10Knoten fast in Richtung der Straße. Da die Stromleitung am Fuße des Gefällestückes quert überlegen wir einen Start berauf in Windrichtung. Oder sollten wir mit Rückenwind auf die Leitung zustarten? Klaus und bald auch die anderen sprachen sich für einen hangaufwärts-Versuch aus. Klaus alleine im 64 PS starken ...Trike sollte genug Steigleistung haben. Wir bereiten den Start vor und Lill und ich sperren die Straße luvwärts an der Kuppe ab und übernehmen den Funk. Werner wird im Tal absperren und wenn Klaus sicher gestartet ist, werden nacheinander Günther und Gerd starten. Anfängliche Motorstartprobleme von Günthers Rotax konnten schnell behoben werden. Klaus begann seinen Startlauf auf Höhe der Stromleitung und schon nach etwa 100 metern begann sein doch merklich flacherer, aber dennoch sicherer Steigflug. Ein kurzes OK von Klaus an die anderen und auch die konnten sicher starten.
Wir bedanken uns abermals für die Hilfe der freundlichen Beamten und machen uns auf den Weg nach Nefta. Klaus versucht uns per SMS regelmäßig Positionsmeldungen zu übermitteln und wir melden über Handy den sicherern Start an Arno, der zusammen mit Rolf schon ein Landefeld auserkoren hatte. Werner, lill und ich erlebten eine atemberaubende Fahrt durch die Oase von Tamerza und den Atlasausläufer hinunter in die Tiefebene der großen Salzpfannen.
Minütlich wird das Wetter besser und hinter den abziehenden Wolken, förmlich wie von einer Schnur zertrennt, schiebt sich das Tiefblaue südwärts, so dass die Triker von herrlichen Sichten und seidenweicher Luft verwöhnt werden. Die Gemeinschaft stärkt beim Flug über die tückischen Salzseen. Eine Notlandung im Chott ist gefährlich, deshalb halten sich die drei an schnurgerade Feldwege, um das Risiko gering zu halten. Klaus ist voll beschäftigt, alle Hände benötigt er zum Verschicken von SmS und der Navigation. Das GPS erweist sich abermals als nötiges Hilfsmittel in dieser trostlosen Weite. Die Augen vermögen nicht etwas zu fokusieren, außer den vereinzeltengeraden Straßen und dem flimmernden Horizont. Trotzdem es nicht sehr warm ist, spiegelt der Chott am Horizont wie Wellen eines vermeintlichen Sees.
Der Maggi brummt mit Vollgas durch die brettebende Landschaft. Uns ist es heiß-wir würden gerne mit den fliegenden Jungs im Frischluftgebläse tauschen. Erst etwa eine Stunde nachdem das Tripel am Ortrand von Nefta in der Nähe einer stillgelegten Kaserne gelandet sind, kommen auch wir dort an. Werner möchte gerne mit Gerd mitfliegen und Klaus ist schon mit dem Luftwaffenleutnant in der Luft. Der Schauplatz der Filmaufnahmen zu Krieg der Sterne ist nur wenige km im Norden. Der Tag ist noch zu jung zum Vertäuen der Flieger. Alle starten und auch Arno mit Rolf fahren zu dem Gelände hinaus. Nach einer gebührenden Pause folgen auch Lill und ich. Eine sandverwehte, aber gut befahrbare Piste führt uns in das futuristische Überbleibsel der Filmtrilogie.
Eine feste Ebene wird im Norden von beachtlichen Sanddünen umsäumt.
Das verlassene Dorf liegt direkt am Übergang zu den Dünen. Der einheimisch wirkende, schon etwas betagte Wächter kassiert von vereinzelten Touristen den Eintritt. Als wir Sicht auf das Dorf haben, sind unsere Fliegerfreunde schon rege am umherjagen. Auch die Gleitschirmliegergruppe aus dem Harz vergnügt sich mit tiefen Überflügen und hohen Aufstiegen mit anschließendem geräuschlosem Abgleiten. Die Luft ist unbewegt und lau. Kaum bessere Bedingungen sind vorstellbar. Alles wonach den Trikern fliegerisch gerade ist wird ausprobiert. Auch ich darf mit Klaus fliegen. Wir folgen einem Weg. Kaum höher als einen Schritt über dem sandigen Pfad jagen wir dahin. Er erhöht die Leistung und wir steigen am Ausläufer einer Düne entlang empor, kippen schwerelos über den Kamm nach vorne um und brausen über die Landschaft der Außerirdischen hinweg. Wir erwarten fast das Erscheinen eines Raumschiffes hinter der nächsten Düne, doch da sind die Ballone der Luftsportkollegen vom Chiemsee. Sie gleiten lautlos über die Dünenkämme hinweg, streifen ein wenig im Sand, bevor sie sich wieder vom eigenen langen Schatten der allmählich untergehenden Sonne entfernen. Warum kann man solche Momente nicht für die Ewigkeit erhalten? Wir sollten noch mit weiteren Highlights belohnt werden. Lill kommt ebenfalls in den Genuss eines solchen Fluges und ist wie wir alle völlig high und strahlt über alle Backen. Nur Arno bleibt wie immer am Boden.
Unser Camp liegt noch einige Flugminuten entfernt und so brechen wir nach unzähligen Flügen in dieser so fremdartigen Landschaft auf in Richtung Nefta.
Ich kann nun förmlich beflügelt über den schwammigen Weg dahinbrausen und auch unsere Maggi scheint zu fliegen.
Klaus überspringt den LKW und fliegt in Ameisenkniehöhe vor und her und wir juchzen vor Freude.Wir überholen alles was da so fährt und kommen nur kurz nach den anderen an der Kaserne an. Die Trikes werden innerhalb der Mauern verstaut und alle finden irgendwo einen Schlafplatz in den Ruinen. Nach Sonnenuntergang fahren wir zum Hotel um zu Essen. Wir nutzen die Gelegenheit zum Duschen und freuen uns auf einen heiteren Abend mit unzähligen: Boah, vorhin beim Überfliegen der Dünen, weißt Du noch ...Geiiilll!
Wir essen gut und kehren bald wieder zu den Fliegern zurück. Es war kein Bewacher zurückgeblieben und wir sorgten uns ein wenig um die Flieger. Aber es war alles in Ordnung und wir finden im Gegensatz zu den anderen ruhigen Schlaf im Laster.
Die morgige Etappe führt uns quer über den großen Chott nach Douz. Es ist eine lange Etappe und wir fürchten um die Komunikation. Die Handynetze werden nicht lückenlos sein und es ist ein Zwischenstopp zum Tanken geplant. Wir besprechen die Vorgehensweise und entschließen uns dazu mit dem LKW zeitig zum Zwischenlandeplatz zu fahren, so dass wir zum Zeitpunkt der Ankunft der Trikes schon alles gesichert haben werden. Arno beeilt sich nach dem Start über den weitsaus kürzeren Nordanbinder nach Douz um dort am kleinen UL Gelände die Landung zu sichern. Als wir nach etwa zwei Stunden schon am vereinbarten Zwischenstopp ankamen fanden wir nur schlechte Landebedingungen vor. Der Wind ist voll kross und zu stark für Trikes. Wir sind angespannt. Wie weit werden sie kommen, zumal Gerd und Klaus jetzt zweisitzig unterwegs sind. Es ist uns keine Komunikation möglich. Wir rechnen damit, dass sie weiterfliege, falls wir nicht da sind. Also fahren wir so schnell es geht weiter um vielleicht doch noch ein geeignetes Feld finden. Doch außer der Straße finden wir nur weiche Salzebenen. Am Horizont erscheint ein hoher Masten und wir bleiben auf einer Erhebung stehen und bekommen tatsächlich Handykontakt zu Arno. Er erklärt uns, dass die Jungs bald eintreffen müssten und er noch ca. eine Stunde nach Douz bräuchte.
Klaus führt wie immer die Gruppe an und versucht uns über Funk und SMS zu erreichen. Diesmal überqueren die Drei den großen Salzsee. Entlang eines möglicherweise festen Weges bringen sie mit frischem Rückenwind die knapp hundert Kilometer schnell hinter sich. Die gut sichtbare Teerstraße führt in Ost Westrichtung am Südrand des Chotts nach Douz. Sie ist wie so oft begleitet von einer Stromleitung. Klaus versucht bei den vereinbarten Koordinaten einen Anflug und entscheidet sich für den Flug entlang der Straße. Wir selbst nutzten vor zwei Jahren schon diese Gegend als Ausgangsort für die suche von verlorenen Rallyeteilnehmern mit einer C22.
Wir haben noch keinen Kontakt und Suchen fieberhaft nach einem Landefeld. Das Icom nimmt schon eine Trägerwelle auf, aber erst Minuten später haben wir Kontakt zu den Jungs. Wir kehren nach einem Querabstecher zur Straße zurück und beeilen uns in Richtung Douz. Die Straße bleibt als Landefeld ungeeignet. Wir richten unser Augenmerk auf die vereinzelten Salzpfannen. Anhand der Farbe und Oberfläche können wir schon recht gut die Härte beurteilen. Sind sie hell und schuppig, sind sie trockener. Ein Test mit der Schaufel gibt Aufschluss über die Festigkeit im Innern. Lill ist mit mir einig: hier geht es. Wir stellen den Windsack auf und versuchen es über Funk, aber ohne Erfolg. Wir können sie nicht warnen.
Eine Landung im feuchten Bereich des Salzsees könnte fatale Folgen haben. Als Klaus anfliegt winken wir wie wild ab: nur in Windrichtung und im hellen Bereich landen, er versteht und dreht gerade noch rechtzeitig ab für einen zweiten Anflug. Diesmal alles klar. Nacheinander landen alle drei sicher. Gerd´s Bugrad schlingert beim Aufsetzen. Der weiche Untergrund ist für alle ungewohnt. Gerd und Gunther tanken gerade nach als das PIA Filmteam im Unimog an der Straße hält. Die Gelegenheit ist gut für Aufnahmen und Klaus transportiert den Kameramann im Trike. Gerd´s Trike will nicht anspringen und wir geben Starthilfe. Der schwächere Rotax 582 kämpft im Pegasus Trike gegen den hohen Widerstand im weichen Boden. Fragende Blicke zu mir? Weiter Gasgeben, dann wird´s schon noch: es wird, aber es dauert! Fast die ganze Länge des Feldes ist verbraucht, als Gerd und Werner den Weg nach Douz einschlagen. Wir sind erleichtert. Unser erster selbst ausgesuchter Landeplatz funktionierte gut.
Klaus fliegt erstmals kilometerweit neben dem LKW her und überholt uns mehrmals auch von oben, bliebt dann direkt vor uns und zusammen folgen wir der einsamen Straße. Vor Douz trennen wir uns und erst nach einer konfusen Irrfahrt durch eine hecktische orientalische Stadt kommen wir am kleinen UL Gelände gut außerhalb der Stadt an. Direkt neben einer ovalen Kamelrennsportarena liegt an einer wenig befahrenen Straße die Piste des weit und breit einzigen Trikes. Der Wirt ist Italiener und betreibt mit seiner tunesischen Frau ein Cafe und verleiht Sandbuggis. Als wir ankommen, sind die Männer schon fleißig am Capuccino schlürfen und wir gesellen uns dazu. Nebenan ist ein Campingplatz und einige Berberzelte. Im Nu ist das Lager aufgebaut. Klaus nutzt die Gelegenheit und fliegt mit dem Kameramann zum Rallyegeschehen zurück für ein paar gute Aufnahmen.
Schon wieder klingt der sehr erfolgreiche Tag mit dem Abendbuffet im Hotel aus. Der Kontakt von uns Fliegern zu den Fahrern und der Rallyeorganisation wir täglich enger. Wir tauschen Erfahrungen aus, besprechen die nächsten Routen und lernen die Welt des jeweils anderen besser kennen.
Erst spät kehren wir zu den Flugzeugen zurück. Ein paar Dinar für den Kellner des Cafes am Lagerplatz für einige nächtliche Kontrollgänge zu den Fliegern sind, so denken wir, gut investiert.
Am nächsten Tag fahren wir alle mit Arnolds Nissan zum Frühstücken. Es gibt Kaffee, Tee, Weißbrot und Eier. Der Veranstalter Stefan Bruckner sieht für heute einen Rundkurs vor. Für uns eine Gelegenheit einige kleiner Reparaturen am Maggi durchführen. Die Verriegelung der Hecktüren hat sich neulich beim Geländeausflug abvibriert. Mit Hilfe einiger Flacheisenteile der kleinen Buggiwerkstatt kann ich Abhilfe schaffen. Wir testen unser neues Vorzelt und sammeln wertvolle Verbesserungsvorschläge. Klaus turnt schon wieder mit dem Kameramann in der Gegend herum, wir schießen einige Bilder. Einige Teilnehmer und Orgamitglieder nutzen die Gelegenheit für Rundflüge. Kaum wieder am Boden begrenzt nur noch der Ohrenansatz das „im Kreis grinsen“ oder wie Klaus sagt: die hamm aba ganz schön Spaß an die Backen! Der Wind frischt stetig auf und irgendwann bleibt auch Klaus am Boden und verstaut sein Trike neben den beiden anderen hinter einer Schilfhütte. Sie dient als Sonnenschutz für das alte Trike vom Wirt. Erstaunlich gut bricht sich der Wind zwischen den Halmen des Geflechts. Langsam wird es ungemütlich. Hinter den Schutzwällen aus Palmenwedeln rieselt der Sand im Lee zu Boden nachdem er fast horizontal über den Grat hinweggefegt ist. Wir bauen unsere Plane wieder ab, zu sehr schlägt sie hin und her. Wir ziehen uns zu den anderen in ein Beduinenzelt zurück und es wird ein recht feucht-fröhlicher Nachmittag und Abend.
Heute beginnt Ramadan, d.h. es wird tagsüber nichts gegessen und auch sonst auf allerlei Schönes verzichtet. Abends hören wir Trommelgesang und werden lang von Musik und Stimmengewirr wachgehalten.
Die Trikes werden noch mit Folien und Tüchern notdürftig vorm feinen Sand geschützt, bevor wir uns schlafen legen.
Arno verlässt uns recht früh (obwohl wir dagegen gewettet hatten...) und auch die anderen sind matt vom langen Vorabend. Lange dauert es, bis die Trikes ausgepackt sind und alle sind irgendwie ohne Tatendrang. Nur Lill und ich sind richtig fit. Leider weht der Wind immer noch ganz ordentlich und die Sichten sind schlecht. Wir beratschlagen. Falls wir aufbrechen, könnte uns das Wetter zur Zwischenlandung zwingen. Dort bleiben zu müssen ist erheblich weniger komfortabel als hier in Douz. Außerdem haben wir keine gut erkundeten Zwischenlandeplätze bis nach Ksar Ghilane, dem nächsten Ziel. Weit im Süden liegt die einsame Oase, direkt am Rande das Grand Erg Oriental, dem großen Sanddünenfeld. Wir schlagen vor, den Tag zu nutzen, um einen Zwischenlandeplatz zu suchen. Solange wir unterwegs sind werden die Flieger am Boden bleiben und auf Nachrichten warten.
Wir lassen noch ein paar Utensilien da und starten gleich darauf nach Osten, Richtung Cafe Sahara. Heftig drückt der Wind gegen die große Seitenfläche des alten Magirus. Dennoch kommen wir gut voran. Nach 45 Minuten erreichen wir das Cafe Sahara und zugleich den Abzweig nach Süden. Die uns schon bekannte Wellblechpiste führt entlang der Pipeline bis nach am El Borma, im äußersten Süden des Landes. Sie ist in üblem Zustand. Schon kurz nach dem Einbiegen halten wir zum Luft-ablassen an. Die Maggi ist recht leicht und die kurzen, harten Schläge der Piste schütteln alle ziemlich durch. Pepe begleitet uns, weil er den Anschluss nach Süden irgendwie verpasst hat. Er ist Filmemacher und fliegt zeitweise bei Klaus mit. Er nützt die Gelegenheit und fährt bei uns soweit es geht nach Süden. Bei einem Zwischenstopp unterwegs überholt uns Tom Holzknecht im Iva und kann Pepe mit in die Oase nehmen. Wir halten immer wieder an und suchen nach möglichen Landefeldern. Erst ziemlich weit im Süden finden wir in der Nähe des Cafe´s Bir Soltane ein Feld mit wenigen kleinen Steinen und fast ohne Kamelgrasbewuchs.
Die Aussage von Ex- Rallyechef Steini vom Vorabend trifft zu: hier geht es am ehesten. Wir speichern die Daten im GPS und entschließen uns, wieder zurück zu fahren. Kurz vor dem Einmünden auf die Teerstraße bemerken wir einen Abzweig Richtung Douz. Eine Abkürzung? Wir versuchen es. Aber schon nach vielleicht zehn Kilometern verschlucken die ersten Sandfelder die Straße. Bald erkennen wir den Verlauf der Straße nicht mehr und denken fast schon ans umkehren. Laut GPS sind es nur noch knapp zwölf km bis zur Hauptstraße. Jetzt packt uns das Abenteuer-Fieber. Immer wieder halten wir an, suchen einen geeigneten Weg durch das Labyrinth aus Sand und Steinen. Der Wind fegt uns um die Ohren, wir sind plötzlich ganz alleine. Irgendwie kribbelt es schon ein wenig. Immerhin weiß keiner wo wir sind und was wir machen. Kein Funk, kein Handykontakt. So etwas kann dumm enden, denke ich. Na egal, nicht so viel denken, mehr fahren und suchen. Brav pflügen die mächtigen Reifen des Magirus durch den weichen Untergrund. Der Motor schnurrt stetig und kraftvoll dahin, ohne auch nur einen Zweifel an der Zuverlässigkeit aufkommen zu lassen. Lill leistet Großes an diesem Nachmittag. Sie kämpft gegen den Wind an und muss viele Strecken doppelt gehen, bis eine geeignete Durchfahrt gefunden ist. Wir wollen ja nicht schaufeln! Die Abkürzung war gelinde gesagt ein Flopp. Mehrere Stunden verrinnen förmlich im Sand. Wir sind froh, als wir endlich die Teerstraße erreichen. Das Wetter lässt heute keine Flüge mehr zu und als wir am späten Nachmittag bei den Männern zurück sind bereiten wir uns auf eine weitere Nacht in Douz vor. Am heutigen Abend sind alle viel bedächtiger als sonst. Das Wetter drückt die Stimmung. Soll das schon das Ende der fliegerischen Betätigung in Afrika sein? Wir wollen es nicht glauben. Trotzdem sind alle zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Einsatzes. Keine Schäden, keine Unfälle. Auch das Wetter war o.k., bis auf heute versteht sich. Also Männer, erst mal sehen was der morgige Tag bringt.
Die Nacht ist unruhig für alle. Immer wieder fegt der Wind um die Binsenhütte. Die Maggi ist als weiterer Schutz L-förmig an die Hütte geparkt. Am Morgen ist die der Sandboden voller unberührter Muster. Kleine Wellen übersähen den Boden. Im Lee der LKW Räder häuft sich der Sand an. Fast schuldbewusst zerstören unsere Fußtritte die Einförmigkeit. Langsam erwacht das Lager. Es ist fast windstill. In der Luft ist noch sehr viel Sandgehalt. Der Horizont ist verschleiert. Wir besprechen den heutigen Tag: die Trikes bleiben zusammen in Reichweite von uns im Maggi. Klaus und Gerd fliegen zweisitzig (mit Rolf und Werner) und Günther alleine. Lill begleitet mich wie gewohnt im Maggi. Wir tanken nochmals nach und verlassen dann geschlossen den Platz. Die Vereinbarung klappt. Wie mit Geleitschutz fahre ich Richtung Westen, entlang der guten Teerstraße. Hier klappt es noch gut mit dem Zusammenspiel. Wir können 90km/h halten, bis die Schotterstraße beginnt. Die Sicht ist nur gut zwei km und manchmal habe ich Bedenken, dass wir den Kontakt verlieren. Zehn Minuten brauchen wir, bis die Luft aus den Reifen wieder auf 1,5 bar abgelassen ist. Nur etwa 30 km/h können wir fahren, andernfalls rüttelt es erbärmlich. Einige eingelagerte Sandfelder können schon so manchen einachsig Angetriebenen zum Stehen bringen. Wir haben glücklicherweise keine Probleme. Die Anspannung der Piloten wegen der schlechten Sicht treibt Blüten. Abwechselnd schwingen schrille Töne durch den Äther. Lieder vom Karnevalstreiben und andere Gesänge treiben uns die Lachtränen in die Augen. Was sind wir nur für eine geile Gruppe!
In Bir Soltane steuern wir zielstrebig den gestrigen Landeplatz an und nacheinander landen die Trikes.
Die Abmachung ist im Falle eines Funkausfalles klar: Die Maggi steht in Landerichtung rechts neben dem Aufsetzpunkt. Der Windsack markiert das Bahnende. In diesem Bereich befreien Lill und ich die Piste von großen Steinen und Kamelgras. Erhobene Arme markierten das o.k. zum landen. Macht Spaß, wenn es funktioniert. Günther tankt nach und alle freuen sich auf einen Snack und manche auf ein ruhiges Zigarettchen. Nach einer halben Stunde Rast starten wir erneut. Gerd braucht Starthilfe, wir holen eine Batterie aus der Maggi und schon ist der treue Rotax wieder am Leben. Nur noch vielleicht dreißig km trennen uns von der Oase. Das Wetter bessert sich stetig, der Horizont ist manchmal zu sehen. Immer wieder kreisen die Trikes überm Laster, weil ich nach wie vor nicht schneller fahren kann. Erst als ich die Abzweigung nach Ksar Ghilane erreiche ist die Straße wieder asphaltiert- welch Genuss!
Klaus fliegt schon mal vor, um die Landung zu erkunden und hat bald Funkkontakt mit Arnold. Der hatte schon fast nicht mehr an unser Kommen geglaubt. Eine Ortseingangsstraße sollte als Landefeld dienen. Als wir über die Kuppe kommen ist Klaus mit Rolf schon am Boden. Wir warten auf die Anflüge von Gerd und Günther. Etwa zehn Knoten Seitenwind von Westen, Landerichtung 19. Die Straße ist schmal, am Rand unbefestigt und beidseitig mit einem Graben versehen. Keine einfache Landung. Einige Anflüge verstreichen. Wir sind skeptisch. Gibt es denn nicht Besseres? Wir fahren zu Arnold und sagen Bescheid, dass wir etwas Anderes suchen, bevor ihnen der Sprit ausgeht. Darauf hin wechselt Arnold auf seine Alternative im Lee von Dünen. Mittlerweile sind wir fündig geworden und ordern Gerd und Günther zu uns. Arnold eilt zu Hilfe und stellt noch schnell den Windsack auf. Kurz darauf sind alle heile am Boden und rollen zurück zur Straße. Allmählich wird das Wetter besser und es wird wohl ein schöner Abend werden. Sobald es sich herumgesprochen hat, dass jetzt was geht bei den Fliegern, tanzen auch schon die diversen Film und Fototeams der Rallye an und wollen geschaukelt werden. Lill und ich fahren zum Ziel des heutigen Tages und freuen uns über die schöne Stimmung und den lang ersehnten Besuch in der Oase. Nach ausgiebigem Fotografieren schlängeln wir uns mit der Maggi auf einer kleine Straße durch die Sanddünen. Wir funken Klaus an, der gerade mit einem Kameramann über uns kreist. Nach Absprache machen wir einige schöne Bilder von tiefen Überflügen über den Laster mit der endlosen Wüstenlandschaft im Hintergrund. Kurz darauf werden wir noch angeheuert bei Actionaufnahmen mitzuwirken. Wir sollen mit Klaus den Zeitpunkt und die Position des Überfluges über die dahinrasenden Motorradfahrer koordinieren, indem wir in Funkkontakt bleiben und den anderen mit der Fahne Zeichen geben. Das macht riesig Spaß! Wie so oft verfliegt die Zeit. Der Wind schläft ein es wird ein klarer Abend. Schließlich ist auch Klaus geschafft von fliegen. Günther und Klaus organisieren einen Eselskarren als Follow-me und lassen sich den einen Kilometer zu unserem Lagerplatz ziehen. Ein Bild für (Flieger-)Götter. Und wir dachten schon dass die Highlights schon ausgeschöpft sind. Aber es sollten noch mehr kommen....
Die paar hundert Meter zum Fahrerlager fahren wir geschlossen auf Arnolds Nissan mit. Das allabendliche Couscous Menu reißt uns nicht vom Hocker. Zum Ausgleich setzen wir uns in den Tümpel. Mit Körpertemperatur strömt das Wasser aus dem sandigen Untergrund und wird touristenwirksam in einem Becken gesammelt. Rund um den Teich sind Souvenirläden und Cafes. Wir gönnen uns ein Bierchen und schwelgen in den Erinnerungen der letzten Tage. Als wir im Fliegerlager zurück sind zaubert Lill noch ein nettes Feuerchen und wir bleiben sitzen bis es uns friert als das Brennholz zur Neige geht. Dafür belohnt uns ein grandioser Sternenhimmel mit einer Vielzahl noch unbekannter Sterne. Den großen Wagen sehen wir nicht, vermutlich sind wir zu weit südlich.
Wir sprechen über unser Fliegervorbild Antoine de Saint Exupery. Wir er wohl das alles erlebt hat? War es übertrieben? Wir glauben nein.
Wegen des guten Wetters entschließt sich die Rennleitung den am nächsten Tag geplanten Ruhetag um einen Tag zu verschieben. Wir fahren zum Startplatz und beobachten den Pulk der Geländefahrzeuge beim Start zum heutigen Rundkurs. Klaus versucht den Start aus der Luft zu filmen. Auch Gerd und Günther kommen heute wieder in die Luft. Der Wind ist fast eingeschlafen. Lill fährt mit mir ein wenig in die Dünen am Südrand der Oase. Es ist wunderbar warm, wir legen uns in die Sonne, relaxen. Ein paar Mal überfliegen uns die Trikes. Gegen Nachmittag fahren wir zurück zum Lagerplatz. Plötzlich ein fremdes Trike am Himmel. Ein einfacher Einsitzer. Da wir einen Windsack aufgestellt haben macht er einen Anflug. Doch am Lagerplatz ist es nicht gut. Die nahe Ortseinfahrtsstrasse ist besser. Kurz darauf landet unser Fliegerkamerad. Es dauert nicht lange, dann sind Bellerinas zu sehen, gefolgt von einer Zodiac 701. Wir pilgern alle zur Straße. Da- ein Tragschrauber! Und noch einer! Wir beginnen zu laufen. Daheim sind die Windmühlen der Lüfte eher selten und alle freuen sich auf eine Livevorführung. Zuerst sind die Gyros noch recht vorsichtig unterwegs, doch nach der ersten Zwischenlandung kommen sie richtig in Fahrt. Man muss erst nach Ksar Ghilane kommen und so viele Uls an einem Fleck zu sehen! Verrückt! Wir erfahren, dass es sich um den italienischen Hersteller des Magni Gyros handelt. Schnelle tiefe Überflüge, langsame Landungen und atemberaubende Pirouetten lassen und das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und da: das Gerät dreht gegen die Windrichtung, bleibt fast in der Luft stehen und der Copilot lässt die Italienische Flagge nach unten! Welch ein Hohn! Super Idee! Hätte von uns sein können. Er zieht die Fahne wieder nach oben und setzt nach schier endlosem Stehenbleiben seinen Flug fort. Wir gesellen uns zu den Neuankömmlingen und empfangen sie voller Freude. Die Verständigung ist eingeschränkt, aber möglich. Wir laden sie in unser Camp ein, aber sie ziehen es vor, gleich hier oben bei den Fliegern zu bleiben. Lange bestaunen wir die Gyros und bewundern die Flugkünste. Nun brennt es Klaus gehörig unter den Fingernägeln und auch er, Günther und Gerd reihen sich wieder in den Flugverkehr ein. Wird denn noch gar ein Gedränge in der Wüste entstehen? Fast sieht es danach aus. Ich schließe mich mit dem Bodenteam des französischem Veranstalter kurz und zusammen regeln wir ein ganz klein wenig den Verkehr. Alles ganz locker versteht sich, denn sämtliche Piloten beherrschen ihr Handwerk schon selbst...
Als dann auch noch Knut von der Harzer Gleitschirmschule mit dem Motorschirm über die Dünen einschwebt und am Horizont die Ballone aufsteigen ist fast das gesamte Fliegerspektrum vertreten. Wir sind begeistert. Wie am Vorabend genehmigen wir uns wieder das Thermalbad. Diesmal weichen wir auf Würstchen vom Orgazelt aus, eine weitere Couscous Attacke konnte abgewehrt werden...
Noch ein Feuerchen, ein Schöppchen und dann in die Heia...
Am heutigen Tag ist Ruhetag. Viele Teilnehmer schrauben an den Fahrzeugen oder entspannen sich am Tümpel. Einige wollen aber auch mitfliegen. So kommt es, dass Klaus, Gerd und Gunther eine ganze Reihe von kurzen Rundflügen um die Oase machen. Viele sind begeistert. Die ganz frisch eingetroffenen Presseleute beschlagnahmen ebenfalls die Flieger und versuchen alles ins rechte Licht zu rücken bevor es im Kasten landet. Unsere Freunde aus Italien und Frankreich verlassen uns am späten Vormittag in Richtung Douz. Der letzte Flug von Klaus beginnt bei den letzten Lichtstrahlen und endet bei Dunkelheit. Wir stellen die Maggi auf die Kuppe und beleuchten die Strasse. Da der Motor läuft, versäume ich fast den Überflug und die Landung. Ganz wohl war mir nicht bei dem Gedanken eines Nachtfluges.... ich habe da auch keine Erfahrung darin, denke ich...er wird es schon wissen.
Der Entschluss fällt, dass die Trikes an der Straße bleiben, weil wir dann bei der morgigen Abreise schneller loskommen können. Am Morgen ist es ruhiger und was man mit Mittag schon erreicht hat kann einem keiner mehr nehmen.
Wir vertäuen die leichten Geräte, tanken alles schon mal voll und fahren dann zurück zum Lager. Nach dem allabendlichen Bad ist heute früh Zapfenstreich, wir rechnen mit einem anstrengenden Rückflug.
Die Rollenverteilung hat sich mittlerweile schon bewährt: Arnold fährt voraus, sichert das Landefeld und wir verfolgen die Gruppe nach dem Start, bieten Starthilfe oder sichern nötige Zwischenlandeplätze mit der Maggi. Dieses mal halten sich die Flieger nicht mehr an uns. Jeder schlägt für sich irgendwann den direkten Weg nach Douz ein, zu langsam kommen wir auf der schlechten Piste voran. Die Angst vor Spritmangel und die schon gut bekannte Umgebung geben das Gefühl von Sicherheit. Nachdem wir einige Fahrzeugteile vom vorausfahrenden LKW von der Piste aufgesammelt und mitgenommen haben legen wir zum Luft-aufpumpen eine kurze Pause ein. Der Wirt vom Cafe-Sahara bedient uns mit köstlichem süßen Tee, bevor wir auf der Asphaltpiste den Komfort des schnellen Reisens genießen. Nach einigen Kilometern entdecken wir Klaus und Rolf am Straßenrand. Sie haben sich zum Zwischentanken entschlossen und warten auf uns.
Langsam wird uns bewusst, dass unsere Reise bald zu Ende sein wird. Es hat 25 Grad im Schatten, Sicht von Pol zu Pol. Kein Anflug von Heimweh. Eher schon Fernweh nach noch mehr Wüste. Im Süden von uns ist die Sahara, im Norden die kalte Heimat...
Zwei Stunden später sind wir wieder am alten Lagerplatz in Douz. Die anderen sitzen schon im Cafe und schlürfen Cappuccino. Wir auch bald.
Die Luft ist raus. Die Flieger kennen die Gegend schon. Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage hat selbst Klaus keine Lust mehr zu Fliegen. Wir vertrödeln den Tag.
Am Abend genießen wir das abwechslungsreiche Menu des Hotels. Die Fahrerlageratmosphäre hat uns in den Bann gezogen. Keine langweiligen Abende. Immer ist was los. Wenn mal will, kann man mit allen möglichen Charakteren zusammentreffen. Ehrgeizige Winner, Verfechter des olympischen Gedankens oder gemütliche Stammtischrunden wechseln sich ab. Ein buntes Nebeneinander voller Teamgeist und Abenteuerdrang. Auch innerhalb unserer Gruppe hat es super geklappt. Vom Lagerkoller sind wir verschont geblieben. Sehr unterschiedliche Menschen ergänzen sich manchmal. Sicher hat jeder seine Meinung, trotzdem ist der rote Faden nie gerissen.
Am letzten ganzen Tag in Douz ist ein kleiner Rundkurs mit anschließendem Zieleinlauf in der Arena geplant. Bis es soweit ist wollen Klaus und ich noch ein paar Runden drehen. Bisher ohne Trikeerfahrung wollte ich schon lange mal das Gewicht verlagern. Noch vorm Morgengrauen weckt mich Klaus. Normalerweise zu früh zum Aufstehen, doch wenn man fliegen darf...
Brav hievt uns der Rotax auf tausend Meter. Nach wenigen Minuten erscheint die dünne Sichel der Sonne über dem Dünenmeer. Ich mache einige Bilder.
Etwa drei Kilometer von der Piste entfernt fliegen wir vollkommen ungestört überm Sand als ein wiederholtes zartes Rucken durch unser Sitzfleisch geht. Nochmals ein Aussetzer, dann Stille. Ich denke an die vielen Fluggäste die Klaus mit der Nummer schon geschockt hat. Ich bin cool. Klaus dreht sich um. Ein prüfender Blick auf den Tank. Da wird mir klar, es ist ernst.
„Du kannst damit aufhören, Klaus. Mit so was schockst du mich nicht.“ „Was heißt hier aufhören- die Suppe ist alle!“
Ups. Okay. Wir gleiten in Richtung Piste. Zu weit dahin. Der Blick zur Straße: zu weit! Also gut. Wir reden ganz ruhig von Aussenlandeplätzen.
Klaus findet einen rechts von uns. Ich favorisiere ein Feld zu unserer Linken. Wir fliegt soll entscheiden. Klaus denkt. Dann sagt er.“ Du kennst dich hier doch gut aus, kannst Felder beurteilen,“ ich bleibe still,“wir nehmen das linke Feld. Von wo soll ich anfliegen? Sind wir zu hoch?“ Was soll ich als Dreichachser da sagen: er ist doch der Wettbewerbspilot. Tatsächlich beherrscht er sein Gerät: Einen Touch zu hoch, aber man kann nie wissen. Das Feld liegt zwischen den Dünen und einem Kamelgrasfeld. Vermutlich ist die Hauptwindrichtung vom Kamelgras zu den Dünen. Wir ein Filter bremst wahrscheinlich das Gras den Sand ab. Er reiselt zu Boden. Da noch keine Verwirbelungen und Erhebungen da sind formen sich erst einige Meter leewärts die ersten Dünen. Wir schweben aus. Jetzt sehen wir einige Grasbüschel in Orginalgröße. Klaus fackelt nicht lange, presst das Dreibein auf den Boden. Wir machen einige Sprünge, doch mit wilder Beinarbeit zirkelt Klaus das Trike durch die nächsten Kamelgrasbüschel. Kurz bevor wir stehen noch ein Hopser. Fast schon will ich die Arme dazu verwenden mich rechts vom Boden abzustützen, doch soweit kommt es nicht. Wir kippen auf die Räder zurück. Geschafft. Wow. Erstaunlich gelassen schnallen wir uns ab und begutachten unsere Landestrecke. Mensch, so ein Dusel. Wie kann man auch den Sprit ausgehen lassen!? Wir fassen uns an den Kopf. Wie immer in solchen Augenblicken, hört keiner am Funk mit, weiß keiner wohin wir unterwegs sind und wie lange wir fliegen. Nur knappe drei Kilometer bis zur Piste. Der Weg führt durch die Dünen. Wir gehen los. Natürlich ist auch das GPS nicht dabei, so dass wir einfach unserem Schatten nach Westen folgen. Es geht kein Wind, so hoffen wir, entlang den Fußtritten zurück zum Trike zu finden.
Ein einsitziger Wiederstart erscheint uns möglich, so beschließen wir Sprit und eine Schaufel zu holen. Wir sehen ein Trike, vermutlich Werner in Gerd´s Trike. Doch wie vermutet sieht er uns nicht. Egal, wir gehen. Immer wieder belächeln wir unsere Blauäugigkeit. Hätte auch dumm enden können, diese Aktion. Klaus sieht jetzt die 150% der Erwartungen an den Afrikatrip als erfüllt an. Wir sehen irgendwann den Gebetsturm von Douz. Bald darauf erreichen wir den Platz. Das erste mal dass Klaus sich nicht mit dem Trike bewegt, seit wir in Bir Ali Ben Khelifa gestartet sind. Wir gehen auf die Trikes zu, die noch immer im Windschatten der Binsenhütte geparkt waren. Günther tankt gerade, als er uns sieht. Fragende Blicke. „wie war Euer Flug?“ „Trocken. Zu trocken.“ Günther schielt nach dem dritten Trike. „Nee, keine Aussenlandung, nä!“ Doch, aber alles heile. Klaus hat den folgenden Ausspruch schon erwartet. Die beiden kennen sich gut. „Hundert mal habe ich dich schon gewarnt. Jetzt ist es also soweit!“ Alles halb so wild, wir tanken zehn Liter aus dem Normalbenzintank der Maggi, nehmen die Schaufel und machen uns an den Rückweg. Wir wollen die Kühle des Morgens nutzen. Lill beschließt mit Günther loszufliegen und das Aussenlandefeld zu suchen, sobald wir in der Nähe sind. Fast eine Stunde brauchen wir. Wir durch ein Wunder vermehrt sich das Gewicht der zehn Liter Sprit mit jeder Minute. Verschwitzt erreichen wir das Trike. Unsere Spuren im Sand waren noch gut zu erkennen.
Wir sehen Günther, doch er sucht uns noch. Ich erinnere mich an meine Suche nach einem vermissten Motorradfahrer von vor zwei Jahren bei der München Carhtago. Zu klein ist die Fläche des Trikes. Nur eindeutige Zeichen verraten das Versteck inmitten der porösen Landschaft. Während Klaus tankt präpariere ich wie so oft in den letzten zwei Wochen das Startfeld. Der Rotax äußert sich hörbar zufrieden über das neue Naß im Tank. Klaus denk an einen zweisitzigen Start. Ich bin dagegen. Gehen schadet nicht.
Der Start ist problemlos. Günther kreist mit Lill über uns. Mit der Schaufel, dem leeren Kanister und dem Helm unterm Arm wandere ich zurück. Den Schreck noch im Nacken trinken wir erst einmal Kaffee.
Heute soll ich mich noch ein wenig im fliegenden Gewichtsverlagern üben. Am späten Vormittag sitze ich bei Klaus vorn und versuche mein Glück. Ziemlich anders so ein Trike. Ich versuche mich an die Zeit im Dreirad zurück zu erinnern, damit ich mit dem Bugrad zurecht komme. Tief sitzt der Mechanismus des Seitenruderns in meinen Beinen. Mein ursprünglicher Bremsreflex gibt beim rechten Fuß Gas und bremst links. Ojeoje, wenn das nun mal gut geht. Auf Reisehöhe angelangt, komme ich doch recht gut mit dem Bügel zurecht. Die Anflüge sind ziemlich schlecht und dass die Orga den Zieleinlauf auf der langen Piste plant, zwingt uns zum Benutzen der nur ca. 150m langen Orginal UL Piste. Als sich Klaus zum Landen entschließt, kommen wir ziemlich hoch an. Er muss doch deutlich meine Fehler korrigieren. Als wir aufsetzten trete ich natürlich ins falsche Pedal, uups. Dann bremse ich. Nebenbei gebe ich auch noch Gas. Klaus redet auf mich ein. Zum guten Gluck wird es am Pistenende recht weich. Endlich stehen wir. Der Motor läuft auf 3000 Touren. „Tom, du stehst noch auf dem Gas!“ Achja, die rechte Bremse ist ja das Gas. Mehr noch als bei unserem frühmorgendlichen Ausritt reichert sich das Adrenalin in Klaus´Blut an: „ Ihr Dreiachser kostet noch meine letzten Nerven!“
Das Pensum ist erfüllt. Alle denkbaren Highlights konnten die Flieger abhaken. Der Bogen ist überspannt. Alle denken ans Abbauen. Als auch noch Gerd an seinem Pegasus bemerkt, dass er mit lockerem Hauptbolzen herumgeflogen ist sind auch die letzten Zweifel beseitigt. Ab jetzt bauen wir ab.
Der Zieleinlauf in der Arena soll jetzt auch bald stattfinden. Alle bis auf Lill und ich, wir bleiben beim Gepäck, fahren zum Zieleinlauf. Auch die Orga fährt durchs Ziel für die Abschlussbilder. Leider gab es Abspracheprobleme und Lill und ich konnten mit Maggi nicht dabei sein.
Wir sortieren das Gepäck: alles wird ausgeräumt und zugeordnet. Im Laderaum der Maggi lichtet sich das Durcheinander. Nachdem die eingerollten Flügel im Spezialregal verstaut sind, folgen die Trikes von Günther, Klaus und zum Schluss das von Gerd. Am Boden zwischen den Rädern ist noch Platz für die diversen Kisten und Säcke.
Gegen Abend ist alles verräumt und abfahrbereit. Die Siegerehrung im Hotel ist für uns eher langwierig, weil wir die verschiedenen Wertungen bzw. die herausragenden Teilnehmer kaum kennen. Die Veranstalter bedanken sich in unser aller Namen für die herzliche Gastfreundschaft und Hilfe der Einheimischen.
Unser Luftwaffenleutnant verbrachte die meiste Zeit in den Hotels der jeweiligen Fahrerlager. Wie wir erst zum Schluss erfragen sollte er uns bei besonderen Schwierigkeiten Hilfe beschaffen. Bei der Siegerehrung sitzt er bei uns. Vermutlich hat er die entlegenen Teile seines Landes vorher noch nicht gesehen.
Bereits früh am folgenden Tag verlassen wir Douz in Richtung Tunis. Damit die letzte Fahrt zur Fähre so kurz wir möglich ist, sieht der Veranstalter einen Hotelaufenthalt in einem Hotel in Hammamet, direkt am Strand, vor. Überwältigt vom Luxus, dem sehr guten Essen und einer Dusche legt sich bei uns allen die Anspannung. Dementsprechend halten nur die Härtlinge länger durch. Die anderen, wie wir, fallen zeitig in die wunderbaren Betten. Bei offenem Fenster und Meeresrauschen fallen wir in tiefen Schlaf. Abermals genießen wir das reichhaltige Frühstück, bevor wir uns auf den Weg zur Fähre machen. Wir füllen die Tanks noch einmal mit günstigem Sprit auf und reihen uns in die Warteschlange ein. Wieder gibt es einige Ungereimtheiten beim Zoll wegen der Flieger. Der Umstand, dass die Trikes nicht in meinem Pass eingetragen waren verschaffte uns noch einmal einige Rennerei. Die Fähre hat Verspätung. Es hat einen Blechschaden in Marseille gegeben, so dass eine Ersatzfähre, die Habib, den Dienst übernommen hat. Sie ist langsamer und kleiner. Es braucht Stunden, bis alle in der Fähre untergebracht sind. Leider sind mehr Personen als Betten dabei, sodass auch wir zusammenrücken müssen. Einigkeit macht stark. Das Essen ist gut. Einige haben Schwierigkeiten mit dem doch recht anständigem Seegang. Neun Windstärken schieben uns zurück nach Europa. Bei der abschließenden Orgaversammlung werden auch die Flieger gelobt. Gerd stellt den Laptop auf und wir schauen immer und immer wieder die tollen Bilder von unserem gemeinsamen Trip an.
Schon jetzt ist sicher: es war ein großartiger Erfolg. Alle Teammitglieder konnten ihre Aufgaben mit Bravour erledigen. Von der Planung durch Arnold in Zusammenarbeit mit dem DULV über die Flieger selbst mit ihren Copiloten und Helfern bis hin zum Bodenteam gaben alle Ihr Bestes. Vornehmlich Rolf hat maßgeblichen Anteil an der funktionierenden Gruppe, er schlichtete, deckte Missverständnisse auf und hatte immer den passenden Spruch parat. Als sich unsere Wege in Bayern trennten waren wir uns einig: mit denen werde ich wieder was machen!
in etwas geänderter Form auch nachlesbar in
“Flügel der Welt”, Ausgabe 04/2003
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